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Christian von Heymann schrieb am 21. November 2016
Liebes FME Team,
zunächst, ich habe die vielen, zum Teil ausführlichen Kommentare gelesen und kann mich auch in vielen wiederfinden. Als ich gefragt wurde, ob ich zu dieser Aufführung kommen würde, habe ich ehrlich gesagt zunächst gehadert. Von München nach Münster fahren, um ein Musical zu sehen, eines der Stücke, die schon so abgedroschen sind, dass man sie nun auch noch mit Musik untermalt in einer 100. Fassung auf die Bühne bringen muss, damit auch der Letze derer, die gewohnt sind ihren Verstand mit der Garderobe abzugeben noch hinterm Ofen hervorgeholt werden kann? Eigentlich nichts für mich. Aber, wir kennen doch einen der Akteure. Na denn. Also warum nicht.
Die Überraschung war gelungen. Aus dem Wochenende mit Freunden wurde ein unvergessliches Ereignis, das bis heute nachklingt, nachwirkt und alles andere in den Schatten gestellt hat. Ja, das Thema war wirklich schwere Kost. Und für jemand, der Masada gesehen hat und versucht hat nachzuempfinden, was sich vor >2000 Jahren dort abgespielt hat, war es noch eindringlicher. Auch die Länge der Vorführung hat sicher eine Menge von allen gefordert.
Auf der anderen Seite haben aber alle Elemente, ein grandioses und allzeit präsentes Essemble, ein exzelentes Bühnenbild, die gelungene Mischung der beiden Handlungen mit modernen Mitteln perfekt in Szene gesetzt, die Harmonie zwischen den Akteuren auf der Bühne, dem Orchester und dem immer wieder einbezogenen Publikum (als solches) und last but not least ein für mich perfekt umgesetztes Arrangement dazu geführt, die Verweiflung und die immer wieder dringend benötigte Hoffnung bis unter die Haut zu spüren. Nicht nur einzelne Gänsehaut-Szenen, insbesondere die unbeschönte Realität und Brutalität der jeweiligen Zeiten und schließlich das theoretisch voraussehbare Ende, das einen aber trotzdem geschockt hat, zeigen, wie sehr es gelungen ist, die Zuschauer mit in den Bann und die Hoffnung zu ziehen. Für mich war das ganz großes Theater, bei dem die sogenannten Laien es geschafft haben, bis ins letzte Detail eine professionelle Vorstellung abzuliefern. Ich könnte mir vorstellen, dass eine Aufzeichnung dieser Aufführung, z.B. im Geschichtsunterricht, jungen Menschen ein besseres Verständnis für die sich wiederholenden Vergangenheit vermitteln kann.
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