Reinhard Droste
schrieb am 30. Oktober 2016
Wir haben es nicht ausgehalten!
Was haben wir gestern erlebt?
Gesehen haben wir einen voll besetzten Zuschauerraum, einen voll besetzten "Orchestergraben", eine volle Bühne; ein narratives Bühnenbild, das mit filmischen Lichteffekten in eine Welt entführen sollte, die zumindest in unserem Land gottlob der Vergangenheit angehören sollte, sich aber scheinbar immer mal wieder gut auf der Erzählbühne macht; vom Film adaptierte Zeitlupenkämpfe, welche die gewünschte Dramatik eher ins theatralisch Komische zogen, denn Betroffenheit zu erzielen; Kostüme, die nicht immer zeitlich stimmig und mitunter an sehr gut gemeintes Laientheater erinnerten.
Gehört haben wir ein sehr ausgedehntes, auf Eindrücklichkeit abzielendes Einstimmen der Instrumente; ein oftmals überlautes Orchester, das das Trommelfell mit vorhersehbarer Regelmäßigkeit mehr als strapazierte; einen guten, aber nicht enden wollenden Chorgesang; redlich sehr bemühte Sänger_innen und Schauspieler, die sich mit Hilfe der angeklebten Mikros dauerhaft Gehör verschaffen sollten, deren Sprechen auf der Bühne - insbesondere anfangs - aber nur schwer zu lokalisieren war, da deren Stimmen gleichförmig laut aus den zwei Boxen rechts und links der Bühne kamen und so keinen erlebbaren Bühnenraum bildeten bzw. in diesem vom Zuschauer nicht verortet werden konnten; Gesangstexte, die ob ihrer schlagerartig gereimten Schlichtheit dem Thema alles andere als gut taten und dem Kitsch deutlich näher kamen als der Kunst.
Gefühlt haben wir eine Peinlichkeit, die man erfährt, wenn man sehen und erleben muss, wie durchweg sympathische Laien mit offensichtlich enormem Aushalte- und Lernvermögen sowie Zielstrebigkeit alles daran setzen und darin bestärkt werden, scheinbar professionelles Knowhow zu imitieren, es aber wegen der nicht vorhandenen professionellen Ausbildung und Übung eben nicht erreichen können.
Insgesamt wäre weniger deutlich mehr gewesen!
Bühnenkunst ergibt sich nicht durch eine Quantität an Personal und Technik sowie durch ein Wollen, das das tatsächliche Können und Tun weit übersteigt.
Insbesondere das gewählte Thema hätte unbedingt nach Stille, intensiver Eindringlichkeit, z.B. durch ruhige Dialoge auf der Bühne und wesentlich weniger oberflächliche Licht-, Bild- und Toneffekte, verlangt.
Es wird einen Grund geben, warum dieses Musical zumindest auf deutschen Bühnen eher links liegen gelassen wird. Die Wahl dieses Stückes hat dem Ensemble leider nicht gut getan.
Wir haben das Theater nach der Pause enttäuscht verlassen müssen.
Was haben wir gestern erlebt?
Gesehen haben wir einen voll besetzten Zuschauerraum, einen voll besetzten "Orchestergraben", eine volle Bühne; ein narratives Bühnenbild, das mit filmischen Lichteffekten in eine Welt entführen sollte, die zumindest in unserem Land gottlob der Vergangenheit angehören sollte, sich aber scheinbar immer mal wieder gut auf der Erzählbühne macht; vom Film adaptierte Zeitlupenkämpfe, welche die gewünschte Dramatik eher ins theatralisch Komische zogen, denn Betroffenheit zu erzielen; Kostüme, die nicht immer zeitlich stimmig und mitunter an sehr gut gemeintes Laientheater erinnerten.
Gehört haben wir ein sehr ausgedehntes, auf Eindrücklichkeit abzielendes Einstimmen der Instrumente; ein oftmals überlautes Orchester, das das Trommelfell mit vorhersehbarer Regelmäßigkeit mehr als strapazierte; einen guten, aber nicht enden wollenden Chorgesang; redlich sehr bemühte Sänger_innen und Schauspieler, die sich mit Hilfe der angeklebten Mikros dauerhaft Gehör verschaffen sollten, deren Sprechen auf der Bühne - insbesondere anfangs - aber nur schwer zu lokalisieren war, da deren Stimmen gleichförmig laut aus den zwei Boxen rechts und links der Bühne kamen und so keinen erlebbaren Bühnenraum bildeten bzw. in diesem vom Zuschauer nicht verortet werden konnten; Gesangstexte, die ob ihrer schlagerartig gereimten Schlichtheit dem Thema alles andere als gut taten und dem Kitsch deutlich näher kamen als der Kunst.
Gefühlt haben wir eine Peinlichkeit, die man erfährt, wenn man sehen und erleben muss, wie durchweg sympathische Laien mit offensichtlich enormem Aushalte- und Lernvermögen sowie Zielstrebigkeit alles daran setzen und darin bestärkt werden, scheinbar professionelles Knowhow zu imitieren, es aber wegen der nicht vorhandenen professionellen Ausbildung und Übung eben nicht erreichen können.
Insgesamt wäre weniger deutlich mehr gewesen!
Bühnenkunst ergibt sich nicht durch eine Quantität an Personal und Technik sowie durch ein Wollen, das das tatsächliche Können und Tun weit übersteigt.
Insbesondere das gewählte Thema hätte unbedingt nach Stille, intensiver Eindringlichkeit, z.B. durch ruhige Dialoge auf der Bühne und wesentlich weniger oberflächliche Licht-, Bild- und Toneffekte, verlangt.
Es wird einen Grund geben, warum dieses Musical zumindest auf deutschen Bühnen eher links liegen gelassen wird. Die Wahl dieses Stückes hat dem Ensemble leider nicht gut getan.
Wir haben das Theater nach der Pause enttäuscht verlassen müssen.
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