Der Adventskranz
schrieb am 28. November 2013
Liebes Musical-Ensemble
Ich habe schon viele Laien- /als auch Profi-Musicals gesehen, aber konnte leider von Scrooge nicht begeistert werden. Am Engagement lag es sicher nicht. Auch nicht am Orchester, das war super. Allerdings gab es sehr viel am theatralischen Teil, was mir absolut nicht gefallen hat. Zunächst ist das Stück, selbst für ein Musical, ziemlich flach. Ok, und wenn man sich schon diesem ausgelutschten Thema annimmt, sollte man es weniger kitschig inszenieren. Das ist auch das, was mich am meisten gestört hat: Eine übertrieben aufwendige Requisite und insbesondere ein unzeitgemäß realistisches sowie unnötig aufwendiges Bühnenbild. Beides macht einen extrem kitschigen Eindruck, und beraubt dem Zuschauer jeder Fantasie. Außerdem blieb bei mir der Eindruck zurück, es wurde mehr Wert auf realistisches Bühnenbild gelegt, als auf szenische und dramaturgische Ideen. Das ist aber kontraproduktiv für die Wirkung der Szenen. In jedem guten Theater fällt auf, durch welche einfachen dramaturgischen Tricks szenische Wirkungen verstärkt und betont werden. Warum steht der kranke Tim bei seinem Solo nicht gut sichtbar auf einem Podest o.ä., sondern versteckt hinter einem überladenen Backtisch, der nichts für die Szene beiträgt? Warum macht man die Straßenszenen allesamt so unübersichtlich, dass die Geschichte und Charaktäre zurückbleiben? Der Zuschauer bekommt gar nicht mit, was die zahlreichen Menschen dort treiben, vor lauter ablenkender Details à la rauchender Schornstein. Die Häuser wurden auch kaum von der Regie genutzt, nur einmal öffnet sich ein Fenster, eine Türe – das ist doch das, was Überraschungen bietet, und auf der Bühne wirkt! Und auch das hätte mit nur einem Haus funktioniert. Ich rede dabei nicht von künstlerischer Verfremdung – auch wenn diese heutzutage aus gutem Grund gerne benutzt wird – sondern von einer Reduzierung auf das Wesentliche, damit dieses auch erkennbar ist.
Teilweise rutschte das Kitschige sogar ins Lächerliche ab.
Kann man einen Weihnachtsgeist nicht kreativer inszenieren, als mit einem Adventskranz auf dem Kopf? Selbst der Tod war so, wie in klein Fritzchen aus dem Computerspiel kennt...
Kurzum – es ist schade, dass sich Regisseur und Bühnenbild nicht mehr der grundlegenden Tricks einer wirkungsvollen Inszenierung gekümmert haben-statt die Zuschauer mit unendlichen Details abzulenken. Dann hätte man mit all den tollen Musikern und Darstellern und Sängern ein bezauberndes Stück schaffen können. So hinterblieb der Eindruck eines kindlich-kitschigem Stückes ohne viel Inhalt aber dafür umso größerem Hardware-Aufwand und extrem gutem Orchester.
Ich habe schon viele Laien- /als auch Profi-Musicals gesehen, aber konnte leider von Scrooge nicht begeistert werden. Am Engagement lag es sicher nicht. Auch nicht am Orchester, das war super. Allerdings gab es sehr viel am theatralischen Teil, was mir absolut nicht gefallen hat. Zunächst ist das Stück, selbst für ein Musical, ziemlich flach. Ok, und wenn man sich schon diesem ausgelutschten Thema annimmt, sollte man es weniger kitschig inszenieren. Das ist auch das, was mich am meisten gestört hat: Eine übertrieben aufwendige Requisite und insbesondere ein unzeitgemäß realistisches sowie unnötig aufwendiges Bühnenbild. Beides macht einen extrem kitschigen Eindruck, und beraubt dem Zuschauer jeder Fantasie. Außerdem blieb bei mir der Eindruck zurück, es wurde mehr Wert auf realistisches Bühnenbild gelegt, als auf szenische und dramaturgische Ideen. Das ist aber kontraproduktiv für die Wirkung der Szenen. In jedem guten Theater fällt auf, durch welche einfachen dramaturgischen Tricks szenische Wirkungen verstärkt und betont werden. Warum steht der kranke Tim bei seinem Solo nicht gut sichtbar auf einem Podest o.ä., sondern versteckt hinter einem überladenen Backtisch, der nichts für die Szene beiträgt? Warum macht man die Straßenszenen allesamt so unübersichtlich, dass die Geschichte und Charaktäre zurückbleiben? Der Zuschauer bekommt gar nicht mit, was die zahlreichen Menschen dort treiben, vor lauter ablenkender Details à la rauchender Schornstein. Die Häuser wurden auch kaum von der Regie genutzt, nur einmal öffnet sich ein Fenster, eine Türe – das ist doch das, was Überraschungen bietet, und auf der Bühne wirkt! Und auch das hätte mit nur einem Haus funktioniert. Ich rede dabei nicht von künstlerischer Verfremdung – auch wenn diese heutzutage aus gutem Grund gerne benutzt wird – sondern von einer Reduzierung auf das Wesentliche, damit dieses auch erkennbar ist.
Teilweise rutschte das Kitschige sogar ins Lächerliche ab.
Kann man einen Weihnachtsgeist nicht kreativer inszenieren, als mit einem Adventskranz auf dem Kopf? Selbst der Tod war so, wie in klein Fritzchen aus dem Computerspiel kennt...
Kurzum – es ist schade, dass sich Regisseur und Bühnenbild nicht mehr der grundlegenden Tricks einer wirkungsvollen Inszenierung gekümmert haben-statt die Zuschauer mit unendlichen Details abzulenken. Dann hätte man mit all den tollen Musikern und Darstellern und Sängern ein bezauberndes Stück schaffen können. So hinterblieb der Eindruck eines kindlich-kitschigem Stückes ohne viel Inhalt aber dafür umso größerem Hardware-Aufwand und extrem gutem Orchester.
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