Bastian
schrieb am 7. November 2005
Hallo Hallo!
Auch ich habe mir gestern Jekyll und Hyde mit drei Freunden angesehen und muß zuerst mal ein großes Lob aussprechen. Ein tolles Ensemble, daß mit einem riesen Engagement einiges auf die Beine zu stellen weiß. Jeder in diesem Ensemble hat sich auf seine Weise um die Sache verdient gemacht.
Die ca 3 3/4 Stunden sind nie langweilig geworden und man war stehts auf seinem Stuhl gebannt von der Atmosphäre, die die Darsteller gekonnt überzubringen wußten.
Ein paar Sachen (Lob und Kritik) möchte ich dennoch einzeln ansprechen.
Zunächst kurz zum Stück: Ich habe auch "Tanz der Vampire" im Vorjahr gesehen. Damit hat sich das FME selbst einen sehr hohe Schwelle auferlegt. "Jekyll & Hyde" ist sicherlich ein gutes Musical, kommt aber leider nicht an die Brillianz eines TdV heran. Sicherlich eine subjektive Meinung, aber eine die Viele teilen.
Diesem herrvorragenden Orchester möchte ich für eine wirklich gelunge prfessionelle Darbietung danken. Dieses Orchester braucht keinen Vergleich mit großen Profi-Ensembles, die über jahrelange Erfahrung verfügen, zu scheuen. Ich hatte während der kompletten Vorstellung nicht einmal das Gefühl einen falschen, verspäteten oder schrägen Ton zu hören. Mit gekonnter brachialer Gewalt entlud sich die Musik des Stückes durch das Orchester. Man kann eigentlich keine Worte für ein solch gutes Orchster finden. Danke!
Der Chor/Das spielende Ensemble stand dieser Leistung in keinster Weise nach. Wie immer im Amateurtheaterbereich hat das FME mit fehlenden Männern zu kämpfen, doch wurde diese "Schwäche" in keinster Weise deutlich. Der Chor schmetterte seinen Gesang quasi direkt über das Orchester hinweg dem Puplikum entgegen. Eine herrvorragende Leistung sowohl tänzerich, aber vor allem gesanglich. Es war eine Freude den großen Chorstücken w.z.B. "Fassade" und "Mörder" zu lauschen. Erst der Chor machte diese Vorstellung zu einem wirklich Highlight. Danke!
Ein paar Worte zu den Solisten:
Christoph Spielmann als John Utterson war toll! Kam er am Anfang auf die Bühne dachte ich mir: "Oh Gott, was mag das werden". Nach 10 min auf der Bühne war dieser Gedanke verflogen. Er hat die Rolle herrvorragend gemeistert. Danke!
Sandra Batkowski hat eine tolle Stimme. Sie zu hören war wundervoll. Das Duett (Nur ein Blick)mit Andrea Beusker war perfekt. Leider wirkte ihre Rolle ein wenig farblos, was nicht an ihr liegen mag, sondern eher an der Rolle und dem, was die Regie daraus macht. Ein weiterer Faktor, der überall zu lesen war: Sie hatte die Rolle scheinbar erst kurz vor knapp übernommen und daher in der ihr verbleibeden Zeit sicherlich daraus das Beste gemacht. Man darf nicht vergessen, daß sie eine derjenigen ist, die eine Menge mehr tuen als nur zu spielen. Danke!
Lars Dreier als Jekyll/Hyde wußte zu überzeugen.
Nach der Rolle des Alfred in TdV aus der ich ihn nicht immer überzeugend in Erinnerung habe, konnte man einen guten Jekyll, der vor allem seine Forschungen und das Gute am Menschen im Kopf hat und einen abgründigen Hyde, der alles Böse verkörperte, sehen. Die Zerissenheit der Person war gekonnt herübergebracht und auch seine Stimme wußte zu gefallen. Beides zusammen trieb einem das ein oder andere Mal einen Schauer über den Rücken. Danke!
Andrea Beusker als Lucy war in meinen Augen noch einen Hauch besser als Lars Dreier. Ihr Stimme klaag klar und jeder Ton saß. Dazu ein perfektes Spiel mit Lars Dreier, Jan Dübbers oder Marion Wilde. "Da war einst ein Traum", "Nur sein Blick" oder "Schafft die Männer ran" waren toll!
Zudem eine Menge Mut für die entsprechenden Szenen, die sicherlich nicht jeder Amateur-Musical-Darsteller, geschweige denn Profi an den Tag legt. Danke!
Aus den Nebenrollen möchte ich vor allem Marion Wilde und Patrick Fritz herausgreifen.
Marion Wilde, vor allem deswegen, weil sie gegenüber ihrer Rolle in TdV eine positive Entwicklung durchgemacht hat. Danke! - Auch als Regie!
Patrick Fritz als Diener Poole füllte das Stück - gewollt oder ungewollt - mit ein wenig Humor! Danke!
Ein Dank an alle Nebenrollen. Sie waren fabelhaft gespielt.
Auch das Bühnenbild und die Kostüme sind nahezu bis zur Perfektion getrieben worden.
Soviel Lob es nun für Orchester, Chor und Solos gehagelt hat muß nun die Technik die Kritik einstecken. Soviel Wert Ingo Budweg und Marion Wilde auf Darstellung und Gesang legten, sowenig wurde sich scheinbar um die Technik gekümmert.
Die Folgen sind nicht schön.
Zunächst der Ton:
Das größte Problem war die zu kleine Anlage: Legte das Orchester los, gingen die Stimmen unter. Die komplette Anlage übersteuerte, man hatte ein knistern in den Ohren. Vor allem Sandra Batkowskis Gesang litt darunter. Schade. Für das nächste mal: Einfach eine größere Anlage mit ein bißchen mehr Druck und den Gain ein wenig zurück.
Für dieses Mal: Klebt die Micros an die Wange und nicht an den Kopf. Der Abstand von Mund und Micro ist geringer, der Ton lauter. Der Mischer kann gegebenfalls die Stimmen ein wenig zurücknehmen. Dies sollte sich schon wesentlich bemerkbar machen.
Leider war auch nicht jede Stimme gut gemischt. So klangen manche Nebendarsteller mit kurzen Solos leider machmal sehr hölzern. Schade!
Noch mehr Sorgen als der Ton machte das Licht:
Genrell war das ganze Stück zu dunkel. Zwar ist die Stimmung des Stückes im Großteil sehr Dunkel, doch wenn Hyde, begleitet vom Streulicht des Notausgangsschilds über die Bühne irrt, ist das nicht besonders anschaulich. Ein paar Scheinwerfer mehr und eine genauer ausgeleuchtete Bühne wirken Wunder.
Die 5 Movinglights waren scheinbar programmiert, allerdings schelcht. Es fehlten Übergangsstimmungen, Movingheads macht teilweise seltsame Fahrten. An anderer Stelle wiederum, allerdings sehr selten, war die Movings gut eingesetzt. Ein wesentlich geringerer Einsatz und dafür mehr "normales" Licht wäre besser gewesen.
Das Licht für die Seitenszenen (Lucys Zimmer, Eingang Rote Ratte, Lisas Zimmer) ging zwischendurch völlig unmotiviert an. Zuerst habe ich es für einen Fehler in der DMX-Linie gehalten, allerdings stellt sich später heraus, das es dieser nicht war.
Gut hingegen war das Licht in Blau und Rot. Hiermit wurde Jekyll von zwei Seiten angestrahlt um so seine Zerissenheit klar zu machen. Schön!
Der Verfolger hingegen war nicht besonders effektiv. Ein Wackeln kann man sicherlich verzeihen. Das Vergessen des Verfolgens der Hauptdarsteller und das mehrere Male finde ich schon traurig. Schade! Schade!
Bleibt zu sagen: Vielen Dank für diesen Abend! Ich werde auch sicherlich im nächsten Jahr wiederkommen um ein neues Musical vom FME darstellerisch und musikalisch stark umgesetzt zu überleben.
Grüße
Bastian
www.quasiso.de
P.S.: Bitte verzeiht mir diverseste Rechtschreibfehler.
Auch ich habe mir gestern Jekyll und Hyde mit drei Freunden angesehen und muß zuerst mal ein großes Lob aussprechen. Ein tolles Ensemble, daß mit einem riesen Engagement einiges auf die Beine zu stellen weiß. Jeder in diesem Ensemble hat sich auf seine Weise um die Sache verdient gemacht.
Die ca 3 3/4 Stunden sind nie langweilig geworden und man war stehts auf seinem Stuhl gebannt von der Atmosphäre, die die Darsteller gekonnt überzubringen wußten.
Ein paar Sachen (Lob und Kritik) möchte ich dennoch einzeln ansprechen.
Zunächst kurz zum Stück: Ich habe auch "Tanz der Vampire" im Vorjahr gesehen. Damit hat sich das FME selbst einen sehr hohe Schwelle auferlegt. "Jekyll & Hyde" ist sicherlich ein gutes Musical, kommt aber leider nicht an die Brillianz eines TdV heran. Sicherlich eine subjektive Meinung, aber eine die Viele teilen.
Diesem herrvorragenden Orchester möchte ich für eine wirklich gelunge prfessionelle Darbietung danken. Dieses Orchester braucht keinen Vergleich mit großen Profi-Ensembles, die über jahrelange Erfahrung verfügen, zu scheuen. Ich hatte während der kompletten Vorstellung nicht einmal das Gefühl einen falschen, verspäteten oder schrägen Ton zu hören. Mit gekonnter brachialer Gewalt entlud sich die Musik des Stückes durch das Orchester. Man kann eigentlich keine Worte für ein solch gutes Orchster finden. Danke!
Der Chor/Das spielende Ensemble stand dieser Leistung in keinster Weise nach. Wie immer im Amateurtheaterbereich hat das FME mit fehlenden Männern zu kämpfen, doch wurde diese "Schwäche" in keinster Weise deutlich. Der Chor schmetterte seinen Gesang quasi direkt über das Orchester hinweg dem Puplikum entgegen. Eine herrvorragende Leistung sowohl tänzerich, aber vor allem gesanglich. Es war eine Freude den großen Chorstücken w.z.B. "Fassade" und "Mörder" zu lauschen. Erst der Chor machte diese Vorstellung zu einem wirklich Highlight. Danke!
Ein paar Worte zu den Solisten:
Christoph Spielmann als John Utterson war toll! Kam er am Anfang auf die Bühne dachte ich mir: "Oh Gott, was mag das werden". Nach 10 min auf der Bühne war dieser Gedanke verflogen. Er hat die Rolle herrvorragend gemeistert. Danke!
Sandra Batkowski hat eine tolle Stimme. Sie zu hören war wundervoll. Das Duett (Nur ein Blick)mit Andrea Beusker war perfekt. Leider wirkte ihre Rolle ein wenig farblos, was nicht an ihr liegen mag, sondern eher an der Rolle und dem, was die Regie daraus macht. Ein weiterer Faktor, der überall zu lesen war: Sie hatte die Rolle scheinbar erst kurz vor knapp übernommen und daher in der ihr verbleibeden Zeit sicherlich daraus das Beste gemacht. Man darf nicht vergessen, daß sie eine derjenigen ist, die eine Menge mehr tuen als nur zu spielen. Danke!
Lars Dreier als Jekyll/Hyde wußte zu überzeugen.
Nach der Rolle des Alfred in TdV aus der ich ihn nicht immer überzeugend in Erinnerung habe, konnte man einen guten Jekyll, der vor allem seine Forschungen und das Gute am Menschen im Kopf hat und einen abgründigen Hyde, der alles Böse verkörperte, sehen. Die Zerissenheit der Person war gekonnt herübergebracht und auch seine Stimme wußte zu gefallen. Beides zusammen trieb einem das ein oder andere Mal einen Schauer über den Rücken. Danke!
Andrea Beusker als Lucy war in meinen Augen noch einen Hauch besser als Lars Dreier. Ihr Stimme klaag klar und jeder Ton saß. Dazu ein perfektes Spiel mit Lars Dreier, Jan Dübbers oder Marion Wilde. "Da war einst ein Traum", "Nur sein Blick" oder "Schafft die Männer ran" waren toll!
Zudem eine Menge Mut für die entsprechenden Szenen, die sicherlich nicht jeder Amateur-Musical-Darsteller, geschweige denn Profi an den Tag legt. Danke!
Aus den Nebenrollen möchte ich vor allem Marion Wilde und Patrick Fritz herausgreifen.
Marion Wilde, vor allem deswegen, weil sie gegenüber ihrer Rolle in TdV eine positive Entwicklung durchgemacht hat. Danke! - Auch als Regie!
Patrick Fritz als Diener Poole füllte das Stück - gewollt oder ungewollt - mit ein wenig Humor! Danke!
Ein Dank an alle Nebenrollen. Sie waren fabelhaft gespielt.
Auch das Bühnenbild und die Kostüme sind nahezu bis zur Perfektion getrieben worden.
Soviel Lob es nun für Orchester, Chor und Solos gehagelt hat muß nun die Technik die Kritik einstecken. Soviel Wert Ingo Budweg und Marion Wilde auf Darstellung und Gesang legten, sowenig wurde sich scheinbar um die Technik gekümmert.
Die Folgen sind nicht schön.
Zunächst der Ton:
Das größte Problem war die zu kleine Anlage: Legte das Orchester los, gingen die Stimmen unter. Die komplette Anlage übersteuerte, man hatte ein knistern in den Ohren. Vor allem Sandra Batkowskis Gesang litt darunter. Schade. Für das nächste mal: Einfach eine größere Anlage mit ein bißchen mehr Druck und den Gain ein wenig zurück.
Für dieses Mal: Klebt die Micros an die Wange und nicht an den Kopf. Der Abstand von Mund und Micro ist geringer, der Ton lauter. Der Mischer kann gegebenfalls die Stimmen ein wenig zurücknehmen. Dies sollte sich schon wesentlich bemerkbar machen.
Leider war auch nicht jede Stimme gut gemischt. So klangen manche Nebendarsteller mit kurzen Solos leider machmal sehr hölzern. Schade!
Noch mehr Sorgen als der Ton machte das Licht:
Genrell war das ganze Stück zu dunkel. Zwar ist die Stimmung des Stückes im Großteil sehr Dunkel, doch wenn Hyde, begleitet vom Streulicht des Notausgangsschilds über die Bühne irrt, ist das nicht besonders anschaulich. Ein paar Scheinwerfer mehr und eine genauer ausgeleuchtete Bühne wirken Wunder.
Die 5 Movinglights waren scheinbar programmiert, allerdings schelcht. Es fehlten Übergangsstimmungen, Movingheads macht teilweise seltsame Fahrten. An anderer Stelle wiederum, allerdings sehr selten, war die Movings gut eingesetzt. Ein wesentlich geringerer Einsatz und dafür mehr "normales" Licht wäre besser gewesen.
Das Licht für die Seitenszenen (Lucys Zimmer, Eingang Rote Ratte, Lisas Zimmer) ging zwischendurch völlig unmotiviert an. Zuerst habe ich es für einen Fehler in der DMX-Linie gehalten, allerdings stellt sich später heraus, das es dieser nicht war.
Gut hingegen war das Licht in Blau und Rot. Hiermit wurde Jekyll von zwei Seiten angestrahlt um so seine Zerissenheit klar zu machen. Schön!
Der Verfolger hingegen war nicht besonders effektiv. Ein Wackeln kann man sicherlich verzeihen. Das Vergessen des Verfolgens der Hauptdarsteller und das mehrere Male finde ich schon traurig. Schade! Schade!
Bleibt zu sagen: Vielen Dank für diesen Abend! Ich werde auch sicherlich im nächsten Jahr wiederkommen um ein neues Musical vom FME darstellerisch und musikalisch stark umgesetzt zu überleben.
Grüße
Bastian
www.quasiso.de
P.S.: Bitte verzeiht mir diverseste Rechtschreibfehler.
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